Bad Statistic of the Month

Berlin psychologist Gerd Gigerenzer, economist Thomas Bauer from Bochum, and statistician Walter Krämer from Dortmund began publishing the “Bad Statistic of the Month” (“Unstatistik des Monats”) in 2012. Katharina Schüller, managing director and founder of STAT-UP, joined the team in August 2018. Every month they question recently published statistics and their interpretations. Their underlying aim is to help the public deal with data and facts more rationally, interpret numerical representations of reality correctly, and describe an increasingly complex world more adequately. Further information on this initiative can be found at www.unstatistik.de and on the Twitter account @unstatistik.

The Unstatistik des Monats/Bad Statistic of the Month is available in German only.

Alle Unstatistiken des Monats

E-Bike-Fahren senkt Herzinfarktrisiko um 40 Prozent

Die Unstatistik des Monats April ist die Berichterstattung über eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover zu den Auswirkungen des regelmäßigen Radelns mit einem E-Bike („Impact of electrically assisted bicycles on physical activity and traffic accident risk: a prospective observational study“). Das Risiko eines Herzinfarktes reduziere sich dadurch um 40 Prozent, berichtete beispielsweise die „Frankfurter Rundschau“ (Sportmediziner überrascht: E-Bike fahren reduziert Herzinfarktrisiko fast um die Hälfte) am 3. April, „Regelmäßiges E-Bike-Fahren senkt das Herzinfarkt-Risiko“ schrieb auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“. Die Unstatistik des Monats April ist die Berichterstattung über eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover zu den Auswirkungen des regelmäßigen Radelns mit einem E-Bike („Impact of electrically assisted bicycles on physical activity and traffic accident risk: a prospective observational study“). Das Risiko eines Herzinfarktes reduziere sich dadurch um 40 Prozent, berichtete beispielsweise die „Frankfurter Rundschau“ (Sportmediziner überrascht: E-Bike fahren reduziert Herzinfarktrisiko fast um die Hälfte) am 3. April, „Regelmäßiges E-Bike-Fahren senkt das Herzinfarkt-Risiko“ schrieb auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

E Bike FahrerInnen
Bild von pixabay
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Unstatistik des Monats: Skoda-Fahrer sind am klügsten

Die Unstatistik des Monats ist eine Studie des britischen Vergleichsportals „Scrap Car“ für Gebrauchtwagen, nach der die Automarke, die Antriebsart eines Autos oder dessen Farbe viel über Intelligenz des Fahrers verraten sollen. Darüber berichteten unter anderem sueddeutsche.deautobild.de und t-online.de. Nach den Ergebnissen dieser Studien haben Skoda-Fahrer den höchsten Intelligenzquotienten, gefolgt von Besitzern von Autos der Marken Suzuki und Peugeot. Am dümmsten sind Fahrerinnen und Fahrer der Marken BMW, Fiat und Land Rover. Auch von der Farbe und der Antriebsart eines Autos könne man Rückschlüsse auf die Intelligenz der Fahrer ziehen: Weiße und graue sowie benzingetriebene PKWs haben relativ schlaue Fahrer. Ist das Auto hingegen silbern oder grün oder ein Elektrofahrzeug, ist der Fahrer vergleichsweise dumm. Und wenn Sie sich ihr Kennzeichen personalisieren lassen, sind Sie ebenfalls eher dumm.

Hände am Lenkrad
Matheus Ferrero über Pexels
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Bayern-Bashing bei „Reschke TV“

Die Unstatistik des Monats Februar ist das Bayern-Bashing in Anja Reschkes Auftaktsendung „Reschke TV“. Thema der Sendung: Das „Ego-Land Bayern“, das „uns alle“, oder genauer gesagt die „Resterampe der Republik“ (O-Ton Markus Söder), fortlaufend „abzieht“.

Nein, es geht nicht um Fußball. Da sind die Statistiken schließlich noch weniger zu erschüttern als die Wahlergebnisse der CSU. Sondern es geht um Energie und Verkehr. Eben (O-Ton Anja Reschke) um „knallharten Journalismus“.

Schon in den ersten fünf Minuten zeigt sich die Moderatorin verwirrt. Denn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder scheint sich in verschiedenen Einspielern laufend zu widersprechen. Mal spricht er davon, Bayern läge bei den erneuerbaren Energien auf Platz eins, mal soll es „nur“ Platz zwei sein.

Windräder in Bayern
Windräder in Bayern
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Väter, die Elternzeit nehmen, haben ein geringeres Scheidungsrisiko

Auf ihrer LinkedIn-Seite veröffentlichte die AllBright Stiftung im Januar einen Beziehungstipp: „Väter, nehmt Elternzeit!“. Die Stiftung, die sich für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzt, verweist dabei auf Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es auch den Ehen von Vätern guttut, Elternzeit zu nehmen. Denn Väter, die Elternzeit nehmen, hätten ein geringeres Scheidungsrisiko: die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Paar trennt, würde dann um 25 Prozent sinken.

Das Forschungsprojekt, auf das die AllBright Stiftung verweist, verwendet einen Datensatz von Eltern in den USA, deren Kinder im Jahr 2001 geboren wurden und die bis zum Jahr 2007 mehrmals befragt wurden. In die Analyse gingen nur Beobachtungen von Vätern ein, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes und danach beschäftigt waren. Mit dieser Stichprobe zeigen die Autoren durchaus, dass Väter, die nach der Geburt des Kindes im Jahr 2001 Elternzeit nahmen, bis zum Jahr 2007 eine um 29 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit hatten, sich von der Mutter des Kindes zu trennen (die Wahrscheinlichkeit einer Trennung zwischen 2001 und 2007 sinkt von 7,5% auf 5,6%, wenn die Väter Elternzeit nehmen).  

Bild von Eltern mit Kinderwagen pixabay
Bild von Eltern mit Kinderwagen pixabay
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Unstatistik des Monats: Gewalttätige deutsche Ehemänner

Die Unstatistik beschäftigt sich zum Jahresende mit Meldungen zur Gewalt in Partnerschaften.

Gemäß dem Bundeskriminalamt waren im Jahr 2021 die häufigsten der über 140.000 Delikte in Partnerschaften vorsätzliche einfache Körperverletzung, gefolgt von Bedrohung, Stalking und Nötigung, sowie gefährlicher Körperverletzung. Etwa jeder vierte der Partnerschaftsgewalt verdächtige Mann stand zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss, bei tatverdächtigen Frauen – 21 Prozent aller Verdächtigen sind weiblich - jede fünfte. Zwei von drei Tatverdächtigen häuslicher Gewalt seien deutsche Staatsangehörige. Das meldete unter anderem tagesschau.de Ende November und liefert damit ein schönes Beispiel für das, was man als Ignorieren von Grundraten bezeichnet. Die Anzahl von Männern und Frauen in Beziehungen ist etwa gleich, nicht aber jene von solchen mit deutscher oder ausländischer Herkunft.

Dunkle Wolken am Himmel
Bild von FelixMittermeier auf pixabay
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